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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

 

Grußwort

Liebe Mitglieder,
sehr geehrte Damen und Herren, 

vor der diesjährigen Mitgliederversammlung saß ich beim Frühstück im Hotel Tuchmacher mit Dr. Rainer Lemor zusammen. Wir stellten fest, dass wir derselbe Jahrgang sind, 1937, und dass wir zu einer aussterbenden species gehören, nämlich zu den noch im deutschen Schlesien geborenen Schlesiern, die dort bis 1945 gelebt haben, er in Breslau, ich in Glogau. Im Schlesischen Museum endet die Erinnerung an die Jahrhunderte alte Kultur und Geschichte Schlesiens auch im Jahr 1945. Inzwischen ist man sich im Museum dessen bewusst, dass da etwas fehlt, nämlich Darstellungen zur Frage: Was ist denn nach 1945 aus Schlesien geworden? Und: Was ist denn nach 1945 aus den Schlesiern geworden?

Als wir, die heute 80-jährigen, nach dem Ende des Kommunismus vor 30 Jahren nach Schlesien fuhren, trafen wir dort Menschen im gleichen Alter, die als Polen ihre ganz anderen Kindheitserinnerungen an die Kriegsjahre sowie an das Kriegsende 1945 und die Zeit danach hatten. Und wir kamen miteinander ins Gespräch. Sie wollten, ob Kommunalpolitiker oder Unternehmer, ihre Städte und Gemeinden wirtschaftlich voranbringen sowie bewohnbarer und schöner machen.

Wenn ich heute, 30 Jahre später, nach Glogau fahre (im Oktober war ich wieder dort), sehe ich die vielen gelungenen Veränderungen auf Straßen, Plätzen, in Parks, und ich treffe einen Stadtpräsidenten, Rafael Rokaszewicz, der so alt ist wie meine Kinder und der mit berechtigtem Stolz davon spricht, was auch in seiner Amtszeit in Glogau wieder Positives getan wurde und getan wird, wie z.B. der Wiederaufbau des ehemaligen Stadttheaters, das 2019 als Andreas-Gryphius-Theater eröffnet werden soll. Ähnliche Geschichten kann man in der Zeitschrift „Schlesien Heute“ in fast jeder Ausgabe lesen.

Auch wenn einen alten Schlesier bei jeder Reise nach Schlesien eine gewisse Wehmut begleitet: Über so vieles, was in den letzten 30 Jahren aus Schlesien geworden ist - vielerorts in deutsch-polnischer Zusammenarbeit -, kann man sich einfach nur freuen.    

Ihr K. Schneider

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